Dwahl Khul: Die Macht der Wahl

Dwahl Khul: Die Macht der Wahl

von Dwahl Khul durch Catherine Weser, 29.03.2022

Eine Wahl zu treffen ist eine Übung von unglaublicher Macht. Du könntest zunächst denken, dass wir meinen, dass eine Menge Macht darin liegt, die richtige Wahl zu treffen, aber wir würden sagen, dass die Macht der Wahl in der Erkenntnis liegt, dass alle Entscheidungen letztendlich richtig sind.

Den Dualismus zu verstehen, die Natur des menschlichen Lebens zu verstehen, bedeutet zu verstehen, dass man ständig mit dem Entweder-Oder-Szenario konfrontiert wird. Was bei diesen Entweder-Oder-Szenarien im Grunde genommen passiert, ist, dass beide Seiten unglaublich mit allen möglichen Dingen überfrachtet werden und unbewusst der Prozess des „Bilanzierens“ beginnt.

Du hast die Wahl A und die Wahl B, und dann fällt dir eine enorme Anzahl von Konzepten ein, mit denen du diese beiden Optionen vergleichen kannst. Einige Vorteile kommen auf die eine Seite des Buches und einige Nachteile auf die andere Seite des Bilanzbuches, und die Listen sind endlos. Das ist es, was unbewusst abläuft, und Fakt ist, dass man den Dualismus niemals mit Dualismus auflösen kann. Man wird nie in der Lage sein, A oder B aufzulösen, indem man A und B gegenüberstellt, weil man schließlich erkennen muss, dass A und B nicht ohne einander existieren können. Es spielt keine Rolle, was A oder B ist, und in dem Moment, in dem du die gegenseitige Abhängigkeit von A und B anerkennst, wirst du von dem unbewussten Zwang befreit, das „Richtige“ zu wählen.

A und B sind notwendigerweise gleich. Jede Wahl führt zu einer Unzahl von möglichen Ergebnissen. Du kannst mit der einen keine besseren Erfahrungen machen als mit der anderen. Du wirst die Erfahrung mit deiner Wahl machen, ganz gleich, wie sie ausfällt. Das ist alles, was du haben kannst, einfach die Erfahrung mit deiner Wahl.

Entscheidungen sind ziemlich willkürlich. Die Vorstellung, dass eine Wahl besser oder schlechter ist als eine andere, oder einfacher, schwieriger oder wichtiger als eine andere, wird oft aus Angst vor der Wahl fabriziert. Wenn wir dir sagen, dass man gute Entscheidungen treffen kann, ohne zu viel über die Möglichkeiten nachzudenken, stößt das oft auf großen Widerstand. Du glaubst vielleicht, dass es im Leben darum geht, die richtigen Entscheidungen zu treffen und nicht die falschen. Du denkst vielleicht, dass du alle Entscheidungen sorgfältig abwägen musst. Wir möchten nicht behaupten, dass dieser Rat falsch ist, sondern nur, dass dieser Rat dich in einen Zustand der Angst versetzen kann, wenn dein Denken in einen nervenaufreibenden Versuch abgleitet, zwischen zwei Möglichkeiten zu entscheiden. Und seine Optionen zu betrachten ist fast immer eine Spekulation über zukünftige Ereignisse – eine Fantasieprojektion.

Wir schlagen vor, dass du dich im Hier und Jetzt einrichtest und die Wahl hingebungsvoll triffst. Alle Entscheidungen sind letztlich Entscheidungen zwischen zwei Gleichen. Du kannst die Angst überwinden, dass du dich für etwas entscheidest, das dir ein schlechtes Ergebnis bringt. Letzten Endes wird deine Erfahrung mit dem Ergebnis das sein, was du daraus machst. Mit diesem Verständnis ist eine Wahl zwischen zwei wahrgenommenen Ergebnissen eine Wahl zwischen zwei Äquivalenten. Du wirst erleben, was du erleben willst: deine Präsenz, deine Dankbarkeit, dein offenes Herz, deinen Geist, in jeder Situation, wenn du das als deine Absicht zulässt, und nicht als die Absicht, eine richtige Wahl zu treffen. Die tiefste Absicht, die du hegst, ist der beste Ort, von dem aus du eine Wahl treffen kannst. Wenn du oberflächlich die Absicht setzst, „das Richtige zu wählen“, wirst du eine oberflächliche Erfahrung machen. Wenn das, was viel tiefer in dir liegt, darin besteht, alles mit dem größten Mitgefühl und deiner größten Weisheit zu erleben, dann erlaubst du dieser Absicht, präsent zu sein, wenn du dich im Prozess der Entscheidungsfindung befindest. Wenn du dich also wie gelähmt fühlst, weil du vor einer Entscheidung stehst, dann sehe das große Ganze und verstehe, dass das Gefühl, zwischen zwei Entscheidungen festzustecken, ein Abbild der Dualität ist. Die Auflösung der Dualität besteht darin, aus ihr herauszutreten und nicht tiefer in sie einzutauchen. Letzteres geschieht nämlich, wenn man versucht, Entscheidungen auf der Grundlage von Vergleichen zu treffen.

Zerreiße das Bilanzbuch. Höre auf, darüber nachzudenken, was das Ergebnis dieser Entscheidung sein könnte und was bei einer anderen Entscheidung passieren könnte. Das sind alles Spekulationen, und unterm Strich wirst du nur dich selbst erleben. Dein Lebensausdruck ist das Du, das du im Moment der Erfahrung erlebst. Halte das alles sehr einfach. Lasse die Entscheidungen mit dem Vertrauen, dass alles von dir dabei anwesend ist, ineinander fließen. Wenn du dich mehr auf das Eine-Leben-Bewusstsein ausrichtest, kannst du erkennen, wie einfach es ist, alte einschränkende Überzeugungen loszulassen, die sich auf die Möglichkeit beziehen, dass du Entscheidungen treffen könntest, die falsch sind.

Je wohler du dich im Ein-Leben-Bewusstsein fühlst, desto mehr wirst du aufhören, dir über Dinge in deinem Leben Gedanken zu machen. Eine Wahl wird nicht mehr überwältigend sein. Du wirst dich immer noch darauf konzentrieren, sinnvolle und freudige Entscheidungen zu treffen, und die Erfahrung wird sich ganz natürlich mit deiner Absicht decken. Du wirst nicht überwältigt sein, es sei denn, du bleibst in dem Glauben stecken, dass die Macht der Wahl darin besteht, die richtige Wahl zu treffen. Wenn du dich über deine Wahlmöglichkeiten hinaus in das Ein-Leben-Bewusstsein öffnest, wirst du dich tatsächlich weniger überwältigt fühlen. Je mehr du dich ausdehnst, desto kleiner werden die Wahlmöglichkeiten in deiner Gesamtheit des Ein-Leben-Bewusstseins.

Es geht einfach darum, den Verstand zu trainieren, nicht um die Herrschaft über die Gedanken zu erlangen, sondern darum, alle Gedanken einfach sein zu lassen, was sie sind, ohne sie substanziell zu machen. Du bist Energie, deine Gedanken, dein Geist, alles ist Energie. Den Geist zu trainieren bedeutet nicht, den Geist zu kontrollieren oder die Gedanken zu besiegen, sondern ihnen zu erlauben, einfach zu sein. Es gibt immer ein Du, das nicht in einen der Gedanken investiert ist. Dieses Du hat Macht. Dieses Du hat die Macht, von einem tieferen Ort aus zu wählen, den wir „Ein-Leben-Bewusstsein“ nennen. Im Ein-Leben-Bewusstsein sind alle Gedanken gleich, daher sind auch alle Entscheidungen gleich. Schau tief nach innen, nimm deine Gedanken wahr, akzeptiere sie als das, was sie sind – nur Gedanken. Dieser Ort, den wir den tiefsten Teil von dir nennen, das Du, das Zugang zu anderen Blickwinkeln hat, ist der Ort des Einen Lebens, ein unbeschreiblicher und doch einfacher Ort, an dem alle Entscheidungen gleich sind.

In der Wahl liegt viel Macht. Treffe alle deine Entscheidungen von dem tiefsten Ort aus, von dem du weißt, dass du geliebt wirst, und alle Entscheidungen werden liebevolle Entscheidungen sein. Treffe deine Entscheidungen nicht auf der Grundlage eines Bilanzbuchs, das du durch intensives Vergleichen und Gegenüberstellen von Spekulationen über die Ergebnisse studiert hast, sondern aus einem offenherzigen, expansiven, fließenden Du heraus, das hier und jetzt präsent ist und bereit ist, mit Hingabe zu wählen, im Vertrauen auf die Richtigkeit von allem, was ist, und indem du den Gedanken loslässt, dass du „Richtigkeit“ erschaffst, zugunsten des Wissens, dass du einfach ein Lebensbewusstsein bist, das ausdrückt, was ist.


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